„Stolperstein“-Verlegung mit BRG-Schüler*innen


Am 15. April nahmen Schüler*innen der 6b-Klasse an einer Verlegung von sogenannten „Stolpersteinen“ in der Deutschgasse in Wiener Neustadt teil. „Stolpersteine“ sind Steine, die im Boden verlegt werden und auf denen in einer Messing-Platte Informationen über Opfer des Nationalsozialismus eingraviert sind. Es handelt sich dabei um ein Projekt des deutschen Künstlers Gunther Demnig. In Wiener Neustadt sind inzwischen 129 „Stolpersteine“ verlegt worden, die vor allem an Jüdinnen und Juden erinnern, die Opfer der Shoah wurden.

In der Deutschgasse 8 setzte man zwei „Stolpersteine“, nämlich einen für Marie Mandl und einen weiteren für ihre Tochter Rosa. Beide waren auf der Flucht in Jugoslawien inhaftiert, vom Balkanfeldzug 1941 gleichsam überrollt und in Serbien nahe Belgrad ermordet worden. Die beiden Gedenksteine waren von einer Privatperson gestiftet worden.

Schüler*innen der 6b bereicherten die Verlegung – der zahlreiche Stadtpolitiker, darunter auch Bürgermeister Klaus Schneeberger und Vizebürgermeister Rainer Spenger, beiwohnten – mit dem Vorlesen der Biografie der Familie Mandl und der Lebenswege der Familienmitglieder. Im Rahmen des Erinnerns und Gedenkens legten sowohl Schüler*innen als auch Gäste weiße Rosen nieder, um ihre Anteilnahme zu bekunden.

Die Schülergruppe wurde von Prof. Werner Sulzgruber, der Experte für jüdische Geschichte ist, im GPB-Unterricht auf die Gedenkveranstaltung vorbereitet und begleitet. Folglich wussten alle über die Entwicklungen und Lebensumstände der jüdischen Familie Mandl Bescheid, sodass darüber hinaus ein Gedenken schließlich möglich war. Die Teilnahme, vor allem aber das aktive Beitragen der Schüler*innen wurde von den Gästen und politisch Verantwortlichen in hohem Maße gelobt und wertgeschätzt.

Die Familiengeschichte hinter den Opfern
Marie und Rosa Mandl